Risikofaktoren & Ursachen der MS: Was weiß die Wissenschaft?
Zusammenfassung

Tatsächlich ist bis heute nicht vollständig geklärt, was die genaue Ursache von MS ist. Nach aktuellem Forschungsstand entsteht Multiple Sklerose vielmehr durch ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, Veränderungen im Immunsystem und verschiedenen Unweltfaktoren.

MS ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie ist allerdings keine klassische Erbkrankheit, da nicht die MS, sondern nur eine vermehrte Neigung, an dieser zu erkranken, vererbt werden kann.

Dieser Artikel erklärt verständlich, welche MS Ursachen aktuell diskutiert werden, welche Risikofaktoren bekannt sind und was die Forschung heute über die Entstehung der MS-Erkrankungen weiß.

MS Ursachen im Überblick: Das Wichtigste kurz gefasst

  • MS Ursachen sind multifaktoriell: Multiple Sklerose entsteht nach heutigem Stand vermutlich durch das Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, fehlgesteuerten Immunreaktionen und Umweltfaktoren.
  • Eine einzelne Ursache von MS gibt es nicht: Weder Stress noch eine einzelne Infektion allein lösen die Erkrankung aus.
  • Ist MS vererbbar? Multiple Sklerose ist keine klassische Erbkrankheit. Bestimmte Gene können das Risiko jedoch erhöhen.
  • Viren und Umweltfaktoren spielen wahrscheinlich eine Rolle: Besonders intensiv erforscht werden Infektionen mit dem EBV bei MS (Epstein-Barr-Virus), Vitamin-D-Mangel, Rauchen und Übergewicht im Jugendalter

Was ist MS – und warum ist die Ursache so schwer zu bestimmen?

Multiple Sklerose beginnt nicht mit einer einzigen klar benennbaren Ursache. Genau das macht die Frage nach ihrer Entstehung so komplex.

MS ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Das bedeutet, dass sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet und dabei vor allem die Myelinscheiden angreift – also die schützenden Hüllen, die Nervenfasern umgeben und für eine reibungslose Signalweiterleitung wichtig sind. Werden diese Schutzschichten durch Entzündungen geschädigt, gelangen Informationen zwischen Gehirn und Körper nur noch verzögert oder fehlerhaft ans Ziel. So können ganz unterschiedliche Beschwerden entstehen. Etwa Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Muskelschwäche, Gleichgewichtsprobleme oder Fatigue.

Warum es überhaupt zu diesen Entzündungsprozessen kommt, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Nach aktuellem Forschungsstand gehen Fachleute davon aus, dass bei den Ursachen von MS mehrere Faktoren zusammenspielen müssen. Darunter genetische Veranlagung, Veränderungen im Immunsystem und äußere Einflüsse.

Welche Ursachen von MS kennt die Forschung heute?

Als wichtige Einflussfaktoren gelten vor allem:

  • eine genetische Veranlagung
  • Fehlsteuerungen des Immunsystems
  • Infektionen, insbesondere mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV)
  • Vitamin-D-Mangel
  • Rauchen
  • Übergewicht in jungen Jahren
  • weitere Umwelt- und Lebensstilfaktoren

Nicht jeder dieser Faktoren führt automatisch zu Multipler Sklerose. Vielmehr erhöhen sie vermutlich – je nach individueller Veranlagung – das Risiko, an einer der MS Krankheiten zu erkranken.

Ist MS vererbbar?

Besonders dann, wenn Familienplanung ein Thema ist, beschäftigen sich viele Betroffene mit der Frage, ob Multiple Sklerose vererbbar ist. MS ist allerdings keine klassische Erbkrankheit. Vererbt wird also nicht die Erkrankung selbst im Sinne eines einzelnen „MS-Gens“, das automatisch von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.

Ganz ausklammern lässt sich der Einfluss der Gene auf die Entstehung von MS jedoch nicht. Forscher:innen gehen heute davon aus, dass bestimmte Genvarianten – vor allem solche, die das Immunsystem beeinflussen – das Erkrankungsrisiko erhöhen können. Deshalb tritt Multiple Sklerose in manchen Familien etwas häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Kinder oder Geschwister von Betroffenen zwangsläufig ebenfalls an MS erkranken. Vielmehr scheint eine familiäre Veranlagung nur ein Teil des Gesamtbildes zu sein.

Epstein-Barr-Virus (EBV): Eine der wichtigsten Spuren bei den Ursachen von MS

Besonders intensiv untersucht wird seit einigen Jahren der Zusammenhang zwischen MS und dem Epstein-Barr-Virus (EBV). Dieses Virus gehört zur Gruppe der Herpesviren und ist weit verbreitet. Viele Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens damit – oft schon in der Kindheit oder Jugend. Bei manchen führt EBV zum Pfeifferschen Drüsenfieber.

Studien deuten darauf hin, dass eine frühere EBV-Infektion das Risiko für Multiple Sklerose deutlich erhöhen kann. Eine Vermutung lautet, dass das Virus das Immunsystem langfristig verändern und so Fehlreaktionen begünstigen könnte.

Doch eine EBV-Infektion allein ist keine ausreichende Ursache von MS. Da sehr viele Menschen das Virus in sich tragen, aber nur ein kleiner Teil tatsächlich durch EBV an MS erkrankt, müssen weitere Faktoren hinzukommen.

Vitamin D und Sonnenlicht: Gibt es einen Zusammenhang mit MS?

Auch ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wird seit Jahren als möglicher Risikofaktor von MS diskutiert. Für das Immunsystem ist Vitamin D von Bedeutung. Der Körper bildet es teilweise über Sonnenlicht in der Haut. Beobachtungsstudien zeigen, dass MS in Regionen mit geringerer Sonneneinstrahlung öfter vorkommen.

Trotzdem ist Vitamin D kein Ersatz für eine ärztlich verordnete MS-Behandlung. Fachleute empfehlen deshalb, Vitamin D nur bei einem nachgewiesenen Mangel und nach ärztlicher Rücksprache einzunehmen. Wichtig ist außerdem, den Vitamin-D-Spiegel regelmäßig kontrollieren zu lassen. 

Übergewicht im Jugendalter und weitere Umweltfaktoren

Auch Übergewicht in Kindheit und Jugend wird mit einem erhöhten Risiko für Multiple Sklerose in Verbindung gebracht. Vermutet wird, dass Fettgewebe entzündliche Prozesse im Körper beeinflussen und damit die Entstehung autoimmuner Erkrankungen begünstigen könnte.

Darüber hinaus werden weitere Umweltfaktoren analysiert – etwa Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel, hormonelle Einflüsse oder Veränderungen des Mikrobioms. Das Mikrobiom bezeichnet die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die zum Beispiel im Darm leben und dort wichtige Aufgaben für Verdauung und Immunsystem übernehmen.

Viele dieser Zusammenhänge sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Damit zeigt sich auch, wie komplex die Entstehung von MS ist. Umso wichtiger kann es sein, im Alltag gut mit MS-Erkrankungen umzugehen und die eigene Gesundheit zu unterstützen.

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Fazit – MS Ursachen sind komplex, aber immer besser erforscht

Die genauen Ursachen von MS sind bis heute nicht vollständig geklärt. Klar ist jedoch, dass Multiple Sklerose nicht durch einen einzelnen Auslöser entsteht. Vielmehr handelt es sich um ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, fehlgesteuerten Immunreaktionen und verschiedenen Umweltfaktoren wie EBV-Infektionen, Rauchen oder möglicherweise Vitamin-D-Mangel.

Auch die Frage „Ist MS vererbbar?“ lässt sich heute differenziert beantworten: MS ist keine klassische Erbkrankheit, eine familiäre Veranlagung kann das Risiko aber erhöhen. Für Betroffene ist vor allem wichtig, dass die MS-Krankheiten heute deutlich besser verstanden werden als noch vor einigen Jahrzehnten. Dieses Wissen schafft nicht nur Orientierung, sondern bildet auch die Grundlage für moderne Therapien, mit denen sich MS heute oft gut behandeln lässt.

Die wichtigsten Fragen & Antworten

Multiple Sklerose verstehen

MS ist keine klassische Erbkrankheit. Vererbt wird also nicht die Erkrankung selbst, wohl aber möglicherweise eine genetische Veranlagung, die das Risiko erhöhen kann. Das bedeutet: In Familien mit MS tritt die Erkrankung zwar etwas häufiger auf, Kinder oder Geschwister von Betroffenen erkranken aber nicht zwangsläufig ebenfalls.

Die genauen Ursachen von MS sind bis heute nicht vollständig geklärt. Nach aktuellem Forschungsstand entsteht Multiple Sklerose vermutlich durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Zu den wichtigsten bekannten Risikofaktoren zählen eine genetische Veranlagung, Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), Rauchen, Übergewicht im Jugendalter und möglicherweise ein Vitamin-D-Mangel. Keiner dieser Faktoren allein löst MS aus – erst ihr Zusammenspiel scheint das Erkrankungsrisiko zu erhöhen.

Quellen